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Der Genuss aus der Pfeife

11. Dezember 2020
Immer mehr Leute entdecken wieder die Vorzüge der Tabakpfeife. Ein Trend mit vielen Facetten. Pfeifenbauer Roman Peter erklärt, was es damit auf sich hat und was man beim Kauf einer Pfeife beachten sollte.

«Pfeifenrauchen bedeutet für mich Zeit haben, den Tag Revue passieren lassen, über die verschiedensten Dinge nachdenken», erzählt Pfeifenliebhaber Roman Peter. Für ihn eine Leidenschaft, die ihn schon das halbe Leben lang begleitet. In seiner Werkstatt in Affoltern am Albis stellt er selbst Pfeifen her. Und dies nicht nur maschinell: Als einer der letzten in der Schweiz fertigt der gelernte Möbelschreiner Einzelstücke aus besten Materialien auch von Hand. Zusätzlich repariert, restauriert oder reinigt er Tabakpfeifen. Für über 200 verschiedene Tabak-Fachgeschäfte und private Pfeifenraucher aus der ganzen Schweiz ist er Ansprechperson, mehr als 2’000 Pfeifen jährlich werden hier wieder auf den neusten Stand gebracht. Immer öfters seien in letzter Zeit darunter auch Second Hand-Pfeifen von jungen Anfängern, welche die Tabakpfeife auf dem Flohmarkt oder dem Estrich vom Grossvater gefunden hätten und diese vor dem Wiedergebrauch gereinigt haben möchten. Das Pfeifenrauchen ist im Trend – besonders junge Menschen lernen es wieder neu zu schätzen.

Roman Peter erklärt sich diesen Trend einerseits mit der Wiederent­deckung von qualitativ hochwertigen Genussprodukten durch die ­Konsumenten, welche in den letzten Jahren zu beo­bachten war. So auch bei den Tabakprodukten. Angefangen bei den Zigarren, dann Schnupftabak, Shisha, Kautabak – und nun auch wieder das Pfeifenrauchen. Andererseits sieht er darin aber auch eine Begleiterscheinung eines anderen Trends: des Ethno-Trends. In der immer hektischeren Zeit besinnt man sich auf seine Wurzeln zurück, das Volkstümliche ist wieder «in». «Und mit Pfeifenrauchen verbinden viele ihren Grossvater oder einen Bauern auf dem Land, etwas Urtümliches, Traditionelles, Gemütliches», beobachtet Peter.

Der Genuss aus der Pfeife

In seiner Werkstatt in Affoltern produziert und repariert Roman Peter noch von Hans Tabakpfeifen, als einer der letzten in der Schweiz.

Um mit dem Pfeifenrauchen anzufangen, braucht es keine grosse Ausrüstung. Einzig eine Pfeife, den Pfeifentabak, einen Stopfer und ein Feuerzeug oder Streichhölzer. Meist werden die Pfeifenköpfe, in denen sich die Brennkammer befindet, heute aus Bruyèreholz hergestellt. Auch Roman Peter setzt bei seiner Pfeifenherstellung auf das glutbeständige Holz aus den Wurzelknollen der Baumheide. Seltener gibt es auch Pfeifen aus Ton, Kunststoff, Meerschaum oder von früher aus Porzellan. Nebst dem Pfeifenkopf besteht die Tabakpfeife aus einem Mundstück, heute meist aus Acryl gefertigt, und je nach Pfeife einem Filter zum Beispiel aus Aktivkohle.

Natürlich gäbe es noch viele andere Produkte für Pfeifenraucher. Begleitprodukte wie beispielsweise spezielle Aschenbecher oder Taschen für den Transport sind heute aber weniger gefragt und werden deshalb auch immer seltener angeboten. Im Gegensatz zu früher stellt man heute das Pfeifenrauchen weniger zur Schau, sondern geniesst eher im Stillen zu Hause. Roman Peter bezeichnet das Pfeifen­rauchen trotzdem als «visuelles Rauchen», jedoch mehr für einen persönlich. So spielt dann beim Kauf einer Pfeife das Design weniger für den Rauchgenuss als vielmehr für die eigene Freude eine Rolle. «Im Vordergrund steht, was jedem einzelnen Pfeifenraucher optisch gefällt, ob nun kurz oder lang, leicht oder stark gebogen», so Peter.

Und was kostet dieses Vergnügen? Die Preise seien sehr unterschiedlich, ob bei einer Restauration oder bei einem Neukauf. Grundsätzlich habe das in die Pfeife investierte Geld zwar kaum Einfluss auf das spätere Aroma, sagt Peter. Aber durchaus auf den Genuss: «Weil es eben ein visuelles Rauchen ist, möchte man auch etwas Schönes haben. Und in diesen Genuss sind immer mehr Leute bereit, auch etwas zu investieren.» Dafür geniesse man das Pfeifenrauchen anschliessend auch wirklich in vollen Zügen.

Der Genuss aus der Pfeife

Das Pfeifenrauchen bezeichnet Roman Peter als «visuelles Rauchen», bei dem man auch bereit sei, für schöne Tabakpfeifen etwas zu investieren.

Und was kostet dieses Vergnügen? Die Preise seien sehr unterschiedlich, ob bei einer Restauration oder bei einem Neukauf. Grundsätzlich habe das in die Pfeife investierte Geld zwar kaum Einfluss auf das spätere Aroma, sagt Peter. Aber durchaus auf den Genuss: «Weil es eben ein visuelles Rauchen ist, möchte man auch etwas Schönes haben. Und in diesen Genuss sind immer mehr Leute bereit, auch etwas zu investieren.» Dafür geniesse man das Pfeifenrauchen anschliessend auch wirklich in vollen Zügen.

Roman Peter selbst geht diesen Genuss jeweils ganz bewusst an. Vielleicht sehe er tagsüber eine gute Flasche Wein, die er sich dann gezielt für eine Auszeit mit Pfeifenrauchen bereitstellt. Oder ein feines Praliné, das er sich schon am Morgen kauft, um es am Abend zur Pfeife zu geniessen. «Beim Pfeifenrauchen ist es eben nicht nur der Moment, sondern auch das Drumherum, das zum Genuss beiträgt.» Dazu gehörten auch die Vorfreude, die Vorbereitung und das Prozedere während des Rauchens. «Für mich spielt hier sogar ein bisschen die Freude am Pfadfindertum mit hinein, beim Anzünden und dem Erhalten der Glut», schmunzelt Roman Peter.

Weitere Informationen zu Roman Peter: www.peterpfeifenbau.ch

Pfeifenrauchen für Anfänger

Bevor es ans Rauchen geht, muss zuerst eine Pfeife ausgesucht werden. In welcher Form und ob mit oder ohne Filter ist Geschmacksache. Für Anfänger mildert ein Filter den Rauchgenuss ein wenig, ohne Filter gibt’s dafür die intensiveren Geschmackserlebnisse. Daneben braucht es als Zubehör einen Stopfer, ein Feuerzeug oder Streichhölzer, Reiniger – und natürlich den Tabak.

Nun geht es ans Stopfen der Pfeife. Je fester der Tabak angedrückt wird, desto länger und kühler raucht man später. Zum Stopfen füllt man den losen Tabak in die Brennkammer und drückt ihn leicht an, bis ungefähr ein Drittel gefüllt ist. Dies wiederholt man für jedes weitere Drittel. Dazwischen sollte man immer mal wieder an der Pfeife ziehen, um zu prüfen, wie gross der Widerstand ist. Natürlich gibt es beim Stopfen noch zahlreiche weitere Methoden.

Zum Anzünden eignen sich Zündhölzer oder ein Gasfeuerzeug. Mit der Flamme zieht man nun über den Tabak hin und her und zieht leicht an der Pfeife, bis der Tabak gleichmässig glimmt. Bei Bedarf muss man mit dem Stopfer nochmals etwas nachstopfen.

Das Rauchen ist Übungssache. Hier kann man sich Zeit für den Genuss lassen. Schnell fällt auf, dass sich die Eigenschaft des Rauches je nach Rauchverhalten ändert. Zieht man zu schnell oder zu viel, werden Rauch und Pfeifenkopf zu heiss. Zieht man jedoch zu wenig, kann die Pfeife ausgehen. Letzteres ist weniger tragisch, dann kann die Ascheschicht leicht angedrückt und wieder angezündet werden.

Nach dem Rauchen kommt die Reinigung. Nach zirka 20 bis 30 Minuten Abkühlung kann die Asche in der Brennkammer gelockert und ausgeleert werden. Dann wird das Mundstück abgenommen und der Rauchkanal sowie – falls verwendet – der Filter mit einem Reiniger von Asche und Kondensat befreit. Nun sollte man die Pfeife einen Tag ruhen lassen, bevor der Genuss wieder von vorne beginnen kann.