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Zigarren als Kunstform

Die Zigarre diente Künstlern vieler Epochen als ein Sujet, das Lebensstil symbolisierte: Cézanne, Renoir, van Gogh, Toulouse-Lautrec oder Edouard Manet malten Porträts von Zigarre rauchenden Geniessern, und Max Beckmann entwarf 1923 sein berühmtes Selbstbildnis vor rotem Vorhang mit Zigarre.
Zigarren waren aber auch Grundlage einer eigenständigen Kunstform. Die Rede ist von der Innenverzierung der Zigarrenkisten, den «Vistas», jenen gemäldeartigen, kleinen Bildern, die den Zigarrenkisten einen kunstvollen Charakter verleihen. Abgebildet wurden Szenen aus der Mythologie und der Entdeckungsgeschichte Amerikas, Landschaften, Pflanzungen, Manufakturen, Kopien alter Stiche und berühmter Gemälde, Zigarre rauchende Frauen oder Darstellungen weltbekannter Persönlichkeiten. Häufig waren die Vistas mit Medaillen verziert, die die jeweilige Zigarre an internationalen Ausstellungen gewonnen hatte.

Neben den Vistas verfügen viele Zigarren über ein zweites, oft nicht weniger kunstvoll gearbeitetes Attribut: den Zigarrenring, auch Bauchbinde genannt. Zur besseren Kennzeichnung seiner Zigarren erfand der auf Kuba ansässige niederländische Zigarrenhändler Gustav Bock die ersten im Jahr 1850, und schnell wurde seine Idee nachgeahmt. Es gibt kaum eine berühmte Persönlichkeit, die nicht verewigt wurde. Allein von Otto von Bismarck existierten 400 verschiedene Zigarrenring-Porträts.

Vor allem die kunstvollen Vistas waren für viele Zigarrenliebhaber der Beginn einer zweiten Leidenschaft: Imposante Sammlungen wurden angelegt, die sich oft wie Familienalben von Generation zu Generation vererbten. Die Kubaner, ebenso leidenschaftliche Zigarrengeniesser wie Sammler, erfanden dafür sogar einen neuen Begriff: «Vitolfilia» wird diese genussorientierte Sammelleidenschaft bei ihnen genannt.

Tabago? Das Buch zum Museum

Am Anfang stand die Idee, zur Eröffnung des Tabakmuseums eine kleine Broschüre zu drucken. Entstanden ist ein grossformatiges, reich illustriertes Buch, das einerseits die Tabak- und Zigarrensammlung von Urs Merz präsentiert, andererseits aber auch einen Überblick über die allgemeine Geschichte des Tabaks und speziell der Tabakindustrie im Wynen- und Seetal gibt. Zudem werden die wichtigsten Tabak verarbeitenden Betriebe der Region vorgestellt. So ruft das Buch diese vergangene Industriekultur, die eine ganze Region geprägt hatte, in Erinnerung. Jetzt bestellen unter info@tabakmuseum.ch für CHF 45.– zzgl. Versandkosten

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