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28. Dezember 2022

Die traditionelle Tabakverarbeitung

Nach der ersten natürlichen Fermentation bei der Plantage werden in der Fabrik die Blätter mit einer Brühe aus Wasser und Tabak befeuchtet. Diese zweite Befeuchtung ist unerlässlich, denn der Tabak «arbeitet», die zweite Fermentation steht bevor.

Die Experten teilen die Blätter in Dutzende von Kategorien ein: nach Grösse, Farbe, Struktur, Form, Dicke, Ausformung der Rippen, Biegsamkeit und Qualität der Fermentation.

Die dritte Fermentation, die dem Mischen der Tabake und dem Formen der Zigarren vorangeht, dauert bei den edlen Tabaken mindestens ein Jahr und noch viel länger bei den Blättern, die als Deckblätter bestimmt sind und deren Mittelrippe zuvor entfernt wurde. Je nach Qualität kann sich die dritte Fermentation bis zu zehn Jahre hinziehen. In Holzfässer gepackt und aus Gründen der Belüftung meist auf dem Dachboden der Fabriken gelagert, werden die Blätter während der gesamten Periode sorgfältig gepflegt.

Nach der dritten Fermentation beginnt schliesslich die letzte Phase, die eigentliche Herstellung der Zigarre.

Abseits von der Werkstatt der Zigarrenmacher haben die Entripperinnen die Aufgabe, die Mittelrippe vorsichtig mit Daumen und Zeigefinger aus dem Tabakblatt zu lösen, das auf einem Holzbrettchen auf ihrem Schoss liegt. Bei ihrer Arbeit singen sie, schreien durcheinander, streiten sich und beschimpfen alles, was sich bewegt oder in ihren Gesichtskreis gerät.

Die traditionelle Tabakverarbeitung

Eine ganz andere Atmosphäre herrscht in der Werkstatt der Zigarrenmacher. Am Vormittag liest ein Vorleser die Tageszeitung der kommunistischen Partei Kubas vor und am Nachmittag hört man Musik, meistens kubanischen Salsa, aber auch Hits aus Nordamerika. Hier geht es viel ruhiger zu als bei den Entripperinnen, denn die Arbeit erfordert viel mehr Aufmerksamkeit. Mindestens sechs Jahre Übung sind nötig, bis man überhaupt richtig rollen kann, und mindestens zehn Jahre, bis alle Handgriffe wirklich sitzen.

Zu Beginn der Arbeit bekommt der Zigarrenmacher die Menge Tabak und die Anzahl Deckblätter und Umblätter, die für die an diesem Tag zu rollenden Zigarren gebraucht werden. Ein guter Arbeiter hat, wenn er seine letzte Zigarre für den Tag in Angriff nimmt, noch genau die Menge Tabak übrig, die für sein letztes Meisterwerk notwendig ist. Nicht ein Gramm Tabak geht während der Herstellung von mehreren Dutzend Zigarren verloren. Ein wahrhaft meisterhaftes Fingerspitzengefühl und Können!

Hecho a mano, handgefertigt – das ist die goldene Regel des Zigarrenmachens, das in einer «heiligen» Abfolge von neun Schritten vor sich geht:

Mit der Handfläche wird die Einlage, eine Art Tabakrolle, geformt. Sie hat eine Länge von bis zu 24 Zentimetern, ist vollkommen zylindrisch, hat eine völlig gleichmässige Dichte, und der Durchmesser über die gesamte Länge hinweg weicht um keinen Millimeter vom vorgegebenen Mass ab.Als nächstes wird die Einlage in das Umblatt, das so genannte Halbblatt, eingewickelt, welches das Innere der Zigarre umschliesst. Bei den grossen Formaten werden meist zwei Halbblätter verwendet. In diesem Stadium der Herstellung spricht man von der «Puppe».

Im dritten Arbeitsschritt entnimmt der Zigarrenmacher dem ihm zugeteilten Haufen an Deckblättern, die in ein feuchtes Tuch eingeschlagen sind, ein Blatt und breitet es auf einem Holzbrettchen aus. Dann schneidet er mit seinem Zigarrenmesser die Ränder gerade.

Die traditionelle Tabakverarbeitung

Der letzte Arbeitsschritt besteht darin, mit der Guillotine das Brandende der Zigarre zu schneiden und ihr damit die richtige Länge zu geben. Dann überprüft der Zigarrenmacher die Regelmässigkeit des Durchmessers, indem er sie durch eine Messschablone schiebt.

Ein erfahrener Zigarrenmacher stellt pro Tag mindestens 63 Zigarren her. Der Tagesrekord steht bei 110 Stück.

Mit einem Seidenband zu Bündeln zusammengebunden, werden die Zigarren dann für vier bis acht Wochen in Zedernholzschränken oder in riesigen Schubladen gelagert. Sie müssen noch einen Teil der Wärme und der Feuchtigkeit verlieren, die der Tabak im Laufe seiner Bearbeitungsstadien aufgenommen hat. Nach Ablauf dieser Ruhepause werden die Zigarren auf eventuelle Herstellungsmängel geprüft. Danach kommt das Sortieren nach Farben – keine leichte Aufgabe, da es mehr als hundert Braunschattierungen gibt.

Vor dem Verpacken in Kisten werden die Zigarren mit einer Bauchbinde versehen. Diese wird von Hand mit pflanzlichem Klebstoff befestigt und muss sich immer exakt auf der gleichen Höhe der Zigarre befinden. Die allerletzte, aber nicht die unwichtigste Handlung, die diese lange Kette von Arbeitsgängen in der Zigarrenherstellung abschliesst, ist das Anbringen des berühmten grünen Bandes an allen Havanna-Kisten, das die Echtheit der Zigarren garantiert.

Die traditionelle Tabakverarbeitung

Der letzte Arbeitsschritt besteht darin, mit der Guillotine das Brandende der Zigarre zu schneiden und ihr damit die richtige Länge zu geben. Dann überprüft der Zigarrenmacher die Regelmässigkeit des Durchmessers, indem er sie durch eine Messschablone schiebt.

Ein erfahrener Zigarrenmacher stellt pro Tag mindestens 63 Zigarren her. Der Tagesrekord steht bei 110 Stück.

Mit einem Seidenband zu Bündeln zusammengebunden, werden die Zigarren dann für vier bis acht Wochen in Zedernholzschränken oder in riesigen Schubladen gelagert. Sie müssen noch einen Teil der Wärme und der Feuchtigkeit verlieren, die der Tabak im Laufe seiner Bearbeitungsstadien aufgenommen hat. Nach Ablauf dieser Ruhepause werden die Zigarren auf eventuelle Herstellungsmängel geprüft. Danach kommt das Sortieren nach Farben – keine leichte Aufgabe, da es mehr als hundert Braunschattierungen gibt.

Vor dem Verpacken in Kisten werden die Zigarren mit einer Bauchbinde versehen. Diese wird von Hand mit pflanzlichem Klebstoff befestigt und muss sich immer exakt auf der gleichen Höhe der Zigarre befinden. Die allerletzte, aber nicht die unwichtigste Handlung, die diese lange Kette von Arbeitsgängen in der Zigarrenherstellung abschliesst, ist das Anbringen des berühmten grünen Bandes an allen Havanna-Kisten, das die Echtheit der Zigarren garantiert.

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