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Tabak-Beratungen: «Eine gute, sympathische Beratung zahlt sich aus»

02. August 2021
Beratungen gehören bei Tabak-Fachgeschäften zum Alltag, und sind eines ihrer stärksten Verkaufsargumente. Mit ihrem jahrelangen Knowhow begeistern Betreiber und Personal von Tabakfachgeschäften nicht nur Stammkunden, sondern gewinnen auch Neukunden. Eine Dienstleistung, die für glückliche Gesichter sorge, erzählt Ursula Bender von U. Bender Zigarren in Zürich-Oerlikon. Im Interview erzählt sie, woher sie ihr Wissen hat und in welchen Bereichen sie am häufigsten berät.

Ursula Bender, Sie selbst haben eine über 40-jährige Erfahrung in der Tabakbranche. Wie oft kommt dieses Wissen bei Ihnen im ­Tabakfachgeschäft in Zürich-Oerlikon zum Einsatz?

Jeden Tag mehrmals. Bei den steigenden Zigarettenpreisen beispielsweise möchten viele ihre Zigaretten neu selber drehen und suchen den dazu passenden Tabak. Aber auch im Bereich von Zubehör wie Humidoren oder bei Tabakpfeifen und Zigarren tauchen viele Fragen auf.

Haben nicht viele ihre Stammzigarren, die sie einfach immer wieder kaufen?

Nicht alle. Einige probieren auch gerne Neues aus. Die sind dann froh, wenn ich sie regelmässig über Neuigkeiten informiere, die für sie in Frage kommen könnten. Ich habe aber auch Kunden, die noch nie oder sehr selten Zigarre geraucht haben. Erst vor kurzem beispielsweise wollte ein zukünftiger Bräutigam für seine Hochzeit ein paar Zigarren für sich und Kollegen. Alle kannten sich kaum mit Zigarren aus. Ihm habe ich dann empfohlen, nicht allzu teure Zigarren und eher milde zu kaufen. Auch wenn teure Zigarren für mich im Verkauf natürlich besser wären, da bin ich dann fair. Einzig für sich und den Trauzeugen hat er etwas Exquisiteres gewählt. Genau diese Kunden kommen dann auch wieder. Wenn sie merken, dass es mir nicht nur um das Verkaufen geht, sondern eben um die faire Beratung. Gleiches gilt übrigens, wenn jemand ein Geschenk braucht.

Was gibt es denn bei Geschenken zu beachten?

Ideal ist es natürlich, wenn jemand die Zigarrenmarke des Beschenkten schon kennt. Oder zumindest das Herkunftsland, ob zum Beispiel eher kubanische oder dominikanische Zigarren. Und was ich vor allem vor Weihnachten den Kunden immer wieder sage: Ihr dürft die Geschenke nicht schon im November kaufen. Die Zigarren sind ja sonst ausgetrocknet, bis sie ausgepackt werden. Auch solche Hinweise werden sehr geschätzt.

Sie haben in Ihrem Tabakfachgeschäft auch eine riesige Auswahl an Tabakpfeifen. Ein weiterer Bereich, der viel Beratung benötigt?

Absolut. In letzter Zeit kommen zum Beispiel immer mehr Junge, die gerne einmal eine Tabakpfeife ausprobieren möchten. Da geht es dann zuerst darum, die richtige Pfeife zu finden. Eine nicht allzu teure, aber auch nicht zu günstige, damit die Qualität stimmt. Wenn wir die Pfeife haben, kommen Stopfer, «Putzerli» und natürlich der Tabak dazu. Hier frage ich, ob man eher etwas Süsses oder zum Beispiel etwas mit Vanille möchte, da gibt es ja auch ein riesiges Angebot. Wenn alles zusammen ist, erkläre ich dann detailliert, wie man eine Tabakpfeife einrauchen muss, wie man sie später stopft, anzündet usw. Ich gebe also fast einen kleinen Kurs, dafür nehme ich mir auch sehr gerne Zeit. Viele kommen dann später zurück und kaufen sich gleich noch eine zweite Pfeife, weil man ja eine Pfeife mindestens 24 Stunden auskühlen lassen sollte, bis man sie wieder braucht.

Dass die Kunden zurückkommen, zeigt Ihnen auch, dass Ihre Beratung gut ankommt?

Es zeigt einfach, dass eine gute, sympathische Beratung eben Früchte trägt. Für uns Tabakfachgeschäfte steht Freundlichkeit an erster Stelle. Und dann eben die Beratung. Da haben wir zum Beispiel dem Internet etwas voraus. Diesen Trumpf sollten wir auch ausspielen, damit Werbung machen. Ein weiterer Trumpf ist natürlich, dass man bei uns die Produkte in die Hand nehmen, anschauen kann. Zum Beispiel wenn es um den Kauf eines Humidors geht. Das ist doch viel schöner, wenn man diesen vor sich hat, aufmachen, anfassen kann, anstatt einfach ein Bild im Internet zu betrachten.

Ist das Internet eine grosse Konkurrenz für Sie?

Es kommt leider immer öfters auch vor, dass sich Leute beraten lassen und sich das Produkt dann im Internet kaufen. Nun gut, damit müssen wir wohl leben. Aber wenn dann einer kommt, sein Humidor, den er im Internet gekauft habe, funktioniere nicht richtig, was er machen solle, bin ich dann hart. Dann soll er das Produkt dort einschicken, wo er es gekauft hat. Nicht bei mir.

Woher haben Sie all das Wissen über Tabakprodukte?

Ich selbst bin gelernte Verkäuferin auf der Tabakbranche, habe meine Lehre in diesem Bereich gemacht. Schon damals musste ich aber mit anderen Verkäuferinnen aus dem Lebensmittelbereich in die Schule, weil es spezifisch für den Tabakbereich nichts gab. Für das wurde ich dann intern geschult. Anschliessend organisierten wir viele Jahre Treffen vom Tabakhändlerverband aus, an denen tabakspezifische Themen erklärt und diskutiert wurden. Das alles gibt es heute leider nicht mehr.

Wie bildet man heute aus in Tabakfachgeschäften?

Meinen Mann Hanspeter Gugger beispielsweise, der Maschinenmonteur bei Escher Wyss war und heute das Tabakfachgeschäft mit mir führt, habe ich halt einfach im Alltag mein Wissen, meine Erfahrung weitergegeben. Und so machen es wohl auch viele andere. Unser Wissen wird nun von Generation zu Generation im Alltag weitergegeben. Das ist wichtig. Wäre ja schade wenn all das Tabak-Knowhow irgendwann verloren geht, denn nur mit diesem funktioniert eine gute Beratung.

Weitere Informationen zu U. Bender Zigarren: www.bendercigars.ch