Wer ein Unternehmen mit 178 Jahren Geschichte übernimmt, beginnt nicht bei null. Florian Eckert tritt in eine lange Familientradition ein – und bringt eigene Erfahrung und Perspektive mit. Zum 1. Juni 2026 offiziell bestellt, führt er VAUEN seit Juli als alleiniger Geschäftsführer – als Nachfolger von Martin Ramsauer, der das Unternehmen von 2016 bis 2026 leitete und VAUEN für eine Übergangszeit weiterhin als strategischer Berater begleitet. Gemeinsam mit seiner Frau Julia repräsentiert er die sechste Generation der Gründerfamilie.
Florian Eckert bringt Erfahrung von aussen mit: Vor seinem Wechsel zu VAUEN war er mehrere Jahre bei der Robert Bosch GmbH in verschiedenen Funktionen tätig. Nun trifft diese Perspektive auf ein Familienunternehmen, das von Handwerk, Wissen und kurzen Wegen geprägt ist. «Ich möchte nicht verändern, um Dinge anders zu machen. Entscheidend ist für mich die Frage: Was müssen wir heute anstossen, damit das, was VAUEN besonders macht, auch morgen noch Bestand hat?»
«Tradition Next» als Leitgedanke
Diesen Gedanken fasst VAUEN unter dem Programm «Tradition Next» zusammen, das mit dem Führungswechsel startet. Im Zentrum stehen die grossen Fragen produzierender Familienunternehmen: Wie gelingt Wissenstransfer, wenn erfahrene Mitarbeitende in den Ruhestand gehen? Wie gewinnt man junge Menschen für handwerkliche Berufe? Welche Möglichkeiten bietet Digitalisierung, ohne den Charakter einer Manufaktur zu verlieren? Und wie bleibt ein Produktionsstandort in Deutschland wettbewerbsfähig?
Für Florian Eckert gehören diese Themen zusammen: VAUEN soll sich weiterentwickeln, ohne die eigene DNA zu verlieren – dazu zählen digitalisierte Abläufe ebenso wie internationale Märkte und neue Zugänge zu Kunden. «Eine Tradition bleibt für mich nicht dadurch lebendig, dass man alles so lässt, wie es war. Sie bleibt lebendig, wenn jede Generation ihren Teil dazu beiträgt und gleichzeitig weiss, woher sie kommt.»
Nürnberg bleibt das Fundament
Eine besondere Rolle spielt dabei der Standort Nürnberg: Hier steckt nicht nur ein grosser Teil der Unternehmensgeschichte, sondern auch handwerkliches Know-how, das über Jahrzehnte gewachsen ist. Dieses Wissen zu bewahren, weiterzugeben und gleichzeitig Raum für neue Ideen zu schaffen, gehört für Florian Eckert zu den wichtigen Aufgaben der kommenden Jahre.
Für ihn bedeutet die sechste Generation deshalb vor allem eines: Verantwortung für das Bestehende zu übernehmen und gleichzeitig den Blick nach vorne zu richten. Nicht alles muss anders werden – aber manches muss neu gedacht werden.

