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Honduras und Nicaragua – Die Länder der Trend-Zigarren

29. Januar 2021
Für viele ist Kuba Inbegriff der Zigarren. Daneben gehört auch die Dominikanische Republik seit Jahren zu den wichtigsten Produktionsländern. In den letzten Jahren aber holten zwei Länder mächtig auf: Honduras und Nicaragua. Inzwischen gehören die Beiden in Sachen Zigarren zumindest zu den beliebtesten Alternativen – und gelten als Trendsetter auf dem Zigarren-Markt.

Kaum ein Land hat eine prägendere Zigarren-Tradition als Kuba. Im 15./16. Jahrhundert soll Christoph Kolumbus die ersten Zigarren aus Kuba nach Europa gebracht haben. Später fanden kubanische Zigarren ihren Weg auch in die nordamerikanischen Kolonien. Bis heute gelten kubanische Zigarren – die Havannas – als Inbegriff des hochstehenden Genusses. Dem tat auch das US-amerikanische Handelsembargo keinen Abbruch. Später dann holte auch die Dominikanische Republik auf. Zwar konnte sie sich bis heute nicht das gleiche Image wie Kuba aufbauen. Vor allem als Davidoff 1989 ihre Produktion aus Kuba in die Dominikanische Republik verlagerte, verhalf dies dem Inselstaat aber zu einem riesigen Boom. Heute sind zahlreiche bekannte Marken in der Dominikanischen Republik beheimatet: Davidoff AVO, Griffin’s, Zino Platinum, Santa ­Damiana, Asthon… Dabei machen sie den Havannas kaum Konkurrenz, denn: Aus der Dominikanischen Republik – mit einigen Ausnahmen wie zum Beispiel die Davidoff Puro d’Oro – kommen meist leichte, unkompliziertere Zigarren, während der kubanische Boden für kräftigen und aromatischen Tabak sorgt. Die beiden Zigarrenländer bedienen entsprechend ein unterschiedliches Publikum. Konkurrenz erhalten die beiden Marktleader aber immer häufiger aus Nicaragua und Honduras. «Sehr viele Leute haben in den letzten Jahren auf Zigarren aus Nicaragua gewechselt», bestätigt Urs Portmann, der zusammen mit seiner Frau und den zwei Söhnen Tabakfachgeschäfte in Kreuzlingen und St. Gallen führt.

Nicaragua und Honduras hatten es neben den Gross­produzenten aus Kuba und der Dominikanischen Republik nicht immer einfach. In Nicaragua siedelten sich die ersten grösseren Zigarren-Produzenten ab 1959 an, als in Kuba die Revolution begann und ­Produzenten auf andere Länder auswichen. Zwanzig Jahre später kam es in dem mittelamerikanischen Land aber ebenfalls zu einer Revolution, die in Landesenteignungen gipfelte und damit viele Produzenten wieder vertrieb. Einige Zigarren aber blieben auf dem Markt. Im Tabakfachgeschäft von Urs Portmann hielten die nicaraguanischen Zigarren in den 70er-Jahren Einzug, erinnert er sich. Erst ab Anfang der 90er-Jahre nahm die Produktion in Nicaragua wieder richtig Fahrt auf, auch was die Qualität anbelangt. ­Inzwischen ist das mittelgrosse Land qualitativ und aromatisch nahe an Kuba dran. Je nach Mischungen – teilweise auch mit Tabak aus anderen Ländern – finden sich zwar vereinzelt auch weiche, feine Aromen. Hauptsächlich sorge der Boden aber für kräftigen, ­volumenreichen Tabak, sagt Portmann.

Honduras und Nicaragua – Die Länder der Trend-Zigarren

Die Tabakblätter für die Davidoff-Zigarren werden direkt nach der Ernte zusammengebunden und zur natürlich Lufttrocknung aufgehängt.

Von der Auswahl her bietet Nicaragua teilweise sogar eine grössere Bandbreite als Kuba.. Zu den bekanntesten Marken gehören beispielsweise Flor de Nicaragua, ­Olivia, Per Domo oder Joya de Nicaragua, welche bezüglich Qualität den Havannas fast ebenbürtig ist. Aber eben nur fast, betont Urs Portmann. «Kuba ist und bleibt vom Boden her einfach einzigartig, was Geschmack und Aroma anbelangt.» Trotzdem wurde die Zigarre aus Nicaragua ab 2002 immer häufiger als Ersatz für kubanische Zigarren gewählt. «Grund dafür waren vor allem Qualitätsprobleme im Zugverhalten der Havannas, während aus Nicaragua konstant gute Qualität zur Verfügung stand», erklärt Portmann. Inzwischen habe sich dies wieder etwas beruhigt. Und trotzdem bleiben die Zigarren aus Nicaragua gefragt. Das Land gehöre nun mal zu einem der einzigen, das bezüglich Aroma und Stärke den Kubanern das Wasser reichen könne, weiss Portmann. Wenn ein Havannas-­Liebhaber einmal etwas Abwechslung suche, lande er entsprechend bald einmal in Nicaragua. Besonders beliebt bei seinen Kunden sei zurzeit die Marke Casa de Torres mit ihren nicht allzu kräftigen aber schön aromatischen Zigarren, erklärt Urs Portmann. Spannend sind auch die zahlreichen Neuheiten aus Nicaragua, die den Schweizer Markt Jahr für Jahr erreichen. «Sehr gut angekommen ist beispielsweise die Nicaragua-Linie von Davidoff, die 2013 eingeführt wurde.»

Honduras und Nicaragua – Die Länder der Trend-Zigarren

Sämtliche Zigarren von Davidoff – egal aus welchem Land der Tabak kommt – werden in der Davidoff Manufaktur bei Villa Gonzalez in der Dominikanischen Republik von Hand gerollt.

Während Nicaragua die Alternative für Kuba ist, bietet Honduras Optionen für Zigarren aus der Dominikanischen Republik. Ähnlich wie in Nicaragua waren es auch in Honduras Auswanderer aus Kuba, welche die Zigarren-Produktion erst richtig anfachten, auch wenn schon viel früher Tabak angebaut wurde. Die ­kubanische Revolution brachte aber zahlreiche Produzenten nach Honduras, und mit ihnen auch kubanisches Saatgut. Die Böden in Honduras, vor allem rund um Danli und das Ulla-Tal, sind sehr fruchtbar und mineralhaltig, ideal für den Tabakanbau. Lange Zeit gab es in Honduras aber ein Gesetz, das es verbot, ausländischen Tabak bei der Herstellung von Zigarren zu verwenden. Erst als dieses Mitte der 1970er-Jahre abgeschafft wurden und die Mischung mit anderem Tabak den Zigarren aus Honduras einen etwas würzigeren Charakter verlieh, nahmen Produktion und Exporte zu. Als sich 1977 Zino Davidoff mit der neu geschaffenen Marke Zino in Honduras ansiedelte, nahm die weltweite Erfolgswelle seinen Lauf.

Honduras und Nicaragua – Die Länder der Trend-Zigarren

Aber laufen Länder wie Honduras oder Nicaragua den Leadern Kuba und Dominikanische Republik den Rang ab? Wenn es rein um den Schweizer Import geht, scheint zumindest Kuba noch lange nicht bedroht zu sein. Zwischen 60 bis 70 Prozent der in der Schweiz verkauften Zigarren stammen aus Kuba, schätzt man. Den zweiten Platz nimmt auch weiterhin die Dominikanische Republik ein. Nicaragua und Honduras folgen dahinter. Auch Urs Portmann möchte nicht von einem eigentlichen Verschiebungstrend sprechen. Trotzdem hebt er die hohe Qualität von Tabak und Arbeit bei Zigarren aus Nicaragua und Honduras hervor. Beides seien sehr gute Alternativen und böten spannende Abwechslung. «Schlussendlich hat aber jedes Land seinen eigenen Charakter und ist entsprechend nicht ersetzbar», erinnert er. Aroma sei ausserdem immer Geschmackssache. Wichtig sei auch immer die ­Mischung des Tabaks, nicht nur, wo die Zigarre hergestellt wurde. Und: «Man kann auch nicht jeden Trend mitmachen. Manchmal gibt es sogar fast zu viel Vielfalt.»

Nicaragua und Honduras bei Oettinger Davidoff AG

Vor knapp zwei Jahren brachte Davidoff mit der neuen Davidoff Nicaragua eine Zigarren-Serie auf den Markt, die auf grossen Anklang stiess. Zuvor hatten sich die Davidoff Meisterblender auf die Suche nach einer neuen Mischung gemacht, die sowohl die süssen als auch bitteren Geschmacksnerven stimuliert. Zehn Jahre seien für die Vorbereitung, das Trocknen und Reifen vonnöten gewesen, um die wilderen Tendenzen des nicaraguanischen Tabaks zu züglen und die richtige Mischung zu finden. Wie alle Davidoff Zigarren werden auch die Davidoff Nicaragua in der Dominikanischen Republik handgerollt. Der Tabak – sowohl Deckblatt, Umblatt und Mischung – ist aber zu 100 Prozent aus Nicaragua. «Davidoff Nicaragua Zigarren kombinieren die unverkennbare Raffinesse mit all der faszinierenden Intensität des nicaraguanischen Tabaks», so das Unternehmen.

Mit Camacho führt das Unternehmen Oettinger Davidoff AG auch eine der bekanntesten Zigarren-Marken aus Honduras im Sortiment, nach Davidoff die zweit­erfolgreichste Marke des Unternehmens.

Nach dem Relaunch vor gut einem Jahr hebt sich die Marke noch stärker von anderen Zigarren ab – und das nicht nur bezüglich Verpackung. Camacho steht für kompromisslose Zigarren und markante, vollmundige Smokes. Zum Beispiel die Camacho Connecticut, ­deren Ein­lage-Tabak zu 100 Prozent aus Honduras stammt.

Honduras und Nicaragua – Die Länder der Trend-Zigarren

Eine der bekanntesten Marken aus Honduras ist Camacho von Oettinger Davidoff AG. Die Camacho Connecticut im ­Corona-Format beispielsweise, mit 100 Prozent Einlagen-­Tabak aus Honduras, hat einen intensiven Kaltgeruch und ein Aroma mit floralen Noten.

Nicaragua und Honduras bei Villiger

Seit Ende der 1990er-Jahre importiert Villiger Söhne AG Handmade Cigars aus Nicaragua und Honduras. Die beiden Marken Villiger La Meridiana und La Capitana aus Nicaragua werden im Unternehmen Joya in Esteli hergestellt. 1968 startete die Firma als erste Fabrik in Esteli, einer Stadt im Norden des Landes, die inzwischen 42 Zigarren-Fabriken beherbergt. Fast fünf Jahrzehnte nach der Gründung gehört Joya zu einer der besten Produktionsstätten und kann auf viele langjährige und sehr erfahrene Mitarbeitende ­zählen.

Die Tabake des Esteli Valley und des Jalapa Tals im Hochland an der Grenze zu Honduras in der Kombination mit den vielen grossen Tabakfamilien mit ihren kubanischen Wurzeln seien die Bausteine für einen der wohl besten Plätze auf der Welt, um edle Zigarren zu fertigen, teilt das Unternehmen mit.

Auch der ­Tabak der La Libertad, der einzigen honduranischen Zigarre im Villiger-Sortiment, stammt teilweise aus ­Nicaragua, zumindest in der Einlage wird der Tabak gemischt mit honduranischem Tabak eingesetzt. Deck- und Umblatt stammen jedoch beide aus Honduras. Und auch gefertigt wird die Zigarre von Hand in Honduras.

Honduras und Nicaragua – Die Länder der Trend-Zigarren

Die La Libertad von Villiger mit nicaraguanischem und honduranischem Tabak ist eine kräftigte, ausdrucksstarke handgefertigte Zigarre mit grosser Aromenvielfalt. Erhältlich ist sie in den Formaten Torpedo, Corona, Robusto und Demi ­Corona.