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Flauder & Co.: Wenn der Kleine grossen Erfolg hat

27. November 2020
Jahrelang war der Getränkemarkt fest in der Hand grosser Anbieter, von Abwechslung kaum eine Spur. In den letzten Jahren aber schafften immer mehr kleinere Marken den Sprung auf die Getränkekarten und in die Gestelle der Detailhändler. «Individualität anstatt Globalität» scheint das neue Motto. Einer der Vorreiter war die Goba AG – mit ihrem Appenzeller Mineralwasser und den Flauder-Getränken.

Als die ausgebildete Kindergärtnerin Gabriela Manser 1999 die Geschäftsleitung und das Aktienkapital der Goba AG, Mineralquelle und Manufaktur übernahm, ging es dem Betrieb nicht so gut. Der Familienunternehmen, dessen Geschichte bis ins Jahr 1930 zurückreicht, hatte mit der grossen Konkurrenz im harten Getränke-Business zu kämpfen. Zu klein schien der Betrieb, zu wenig auffallend die Produkte. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 55 Mitarbeitende und ist erfolgreicher denn je.

Flauder & Co.: Wenn der Kleine grossen Erfolg hat

1999 übernahm die ausgebildete Kindergärtnerin Gabriela Manser die Geschäftsleitung und das Aktienkapital der Goba AG, Mineralquelle und Manufaktur.

Ob Gabriela Manser mit der Goba AG eine Vorreiterrolle übernommen oder schlicht den Nerv der Zeit getroffen hat – wahrscheinlich eine Mischung von beidem. «Auf jeden Fall gibt uns der Erfolg recht und bestätigt uns in unserem Bestreben, unseren Produkten und dem Unternehmen auch ein Gesicht zu geben», sagt Gabriela Manser, und ergänzt: «Die Zeit war reif für Unternehmen, bei denen man klar weiss, wer ­dahinter steht und die Verantwortung übernimmt.» Dieser Vorteil des kleinen Unternehmens wusste Gabriela Manser von Beginn an geschickt auszuspielen.

Die Grundlage der Goba AG bildet seit jeher eine Mineralquelle in der kleinen Appenzeller Ortschaft Gontenbad. Im Jahr 2000 führte Gabriela Manser das Appenzell Mineral laut, leise und still ein und gab dem Unternehmen einen neuen Auftritt. Zwei Jahre später folgte das Erfolgsgetränk Flauder. Schon damals lebte man eine klare Ausrichtung, «die fünf Dimensionen der Nachhaltigkeit», wie es Manser nennt. Dazu gehört, dass der Mensch im Zentrum steht, der Kunde wie auch der Mitarbeitende. «Wir sind hier wie eine grosse Familie», lacht Manser. Aber auch die Ökologie und die regionale Nachhaltigkeit gehören zu diesen Grundsätzen. «Mit unserer Quelle dürfen wir einen Rohstoff der Natur von hier, aus dem Appenzellerland, nutzen. Da ist es klar, dass wir die Natur auch schonen und der Region etwas zurückgeben möchten», beschreibt es Gabriela Manser. So werden einige Kräuter für die Flauder-Getränke auch im Appenzellerland angebaut, die Wertschöpfung soll wenn immer möglich vor Ort erhalten bleiben. Und man möchte ein Stück der Heimat in die Welt hinaustragen, mit dem Mineralwasser aber auch den Kräutern und anderen Erzeugnissen der Natur.

Am Puls der Zeit um immer innovativ

Diese Verbundenheit zur Schweiz und zum Menschen, die sich in den Produkten der Goba widerspiegelt, kommt bei den Konsumenten an. Vielleicht ist es der gleiche Effekt, den auch das Revival der Tabakpfeife ausmacht: In der globalisierten und schnelllebigen Zeit wollen Konsumenten wieder zurück zum Urtümlichen, zu den Wurzeln, zum Kleinen. Das alleine mache den Erfolg aber nicht aus, sagt Gabriela Manser. Bis zu einem gewissen Level müsse man das schnelllebige Spiel des Marktes auch mitspielen, zum Beispiel mit immer neuen Produkten, um im Gespräch zu bleiben. «Hier haben wir als kleines Unternehmen natürlich den Vorteil, dass wir wendiger, agiler sind und damit einfacher innovativ bleiben.» So ergänzten im Laufe der Jahre weitere Flauder-Variationen das Sortiment, wie auch mit Stevia gesüsste Goba-Limonanden. Und man bleibt nicht stehen. 2012 kam der Bio-Eistee Flauder Iisfee hinzu. Und diesen Mai das jüngste Kind: Das Flauder Minz (siehe Box).

Trotz aller bewussten Regionalisierung – inzwischen gehört die Goba AG zwar noch immer zu den kleinsten Herstellern nicht alkoholischer Getränke in der Schweiz, hat aber auch eine gewisse Grösse erreicht. Eine Produktionsanlage sei nun mal sehr investitionsintensiv und bedinge diese Grösse, so Manser. Gleichzeitig bringe dies natürlich auch Verantwortung mit sich. Während man bei der Goba Mineralquelle deshalb immer einen kleinen Erfolgsdruck im Rücken hat, darf man beim zweiten Standbein, der Manufaktur, bezüglich Ausprobieren weiterhin aus dem Vollen schöpfen. «Hier werden die Produkte immer noch von Hand gemacht, sozusagen mit dem Kochlöffel im Topf gerührt», schwärmt Manser.

Spass beim Tüfteln

Schon seit den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts entstehen hier Liköre und Bitter. In den letzten drei Jahren wurden die vorhandenen Kräuter, welche für die Getränke verwendet werden, nun aber auch zu Sirup, Punsch, Konfitüren und Tees verarbeitet. «Dieses Ausprobieren im Kleinen macht halt schon riesigen Spass», lacht Manser. Um diese Breite der Produkte und Möglichkeiten auch für Geniesser noch erlebbarer zu machen, hat Gabriela Manser Ende 2014 die Flauderei in Appenzell eröffnet, «die Goba-Welt zum Betreten, zum Probieren, zum Spielen, Lesen und Einkaufen. Und für uns gleichzeitig ein Ort, um nah an der Kundschaft sein zu können, die Bedürfnisse direkt wahrzunehmen – und daraus neue Entwicklungen zu schaffen.

Flauder & Co.: Wenn der Kleine grossen Erfolg hat

2014 eröffnete Gabriela Manser die Flauderei in Appenzell, eine Goba-Welt zum Erkunden.

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